6 Gedanken für das Lösen häufiger Digitalisierungs-Bremsen

Gastbeitrag von Jonathan Habicht

Die digitale Transformation ist das Kernthema für Unternehmen und ihre Führungen in den kommenden Jahren. Die Verantwortlichen sowohl großer als auch kleiner Unternehmen haben keine andere Wahl als ihre Unternehmen federführend in die neue Zeit zu lenken.

Für Unternehmen bedeutet die Digitale Transformation, dass sie sich auf strategischer Ebene mit veränderten Märkten, Lebens- und Arbeitswelten auseinander zu setzen haben und somit selbst eine Transformation hin zu digitalen Geschäftsmodellen vollziehen müssen. Dies beginnt bei der Interaktion mit Kunden, beeinflusst operative Geschäftsprozesse fundamental und schließt die Mitarbeiter eines Unternehmens mit ein.

Trotzdem fehlt es vielen Unternehmen an einer digitalen Strategie und den Führungen an notwendigem Know-How, Weitsichtigkeit und oftmals schlicht an Zeit für Kreativität und den visionären Blick für Veränderungen. So bleiben die digitalen Bemühungen der Unternehmen oft im Ansatz stecken, beschränken sich auf das Nötigste oder werden als Projekte angesehen und „abgearbeitet“. Dementsprechend ernüchternd fällt somit auch die Erwartungshaltung aus, wenn es im Unternehmen um Digitale Transformation geht.

Einer der Hauptgründe dafür ist, dass sich Unternehmen oft von Vorurteilen über die Digitale Transformation abschrecken lassen.

Vorurteil 1: Neue Möglichkeiten durch die Digitalisierung gibt es nur für bestimmte Unternehmen, d.h. für uns ändert sich nichts.

Das ist falsch. Chancen der Digitalisierung entstehen in allen Branchen und sind unabhängig von der Ausrichtung auf B2B oder B2C entlang der Prozesse jedes Unternehmens. Für Unternehmen geht es darum, ihre bisherigen Vorgehensweisen der Leistungserstellung und im Kundenkontakt sowie ihr Geschäftsmodell zu hinterfragen und auf Potentiale hin zu untersuchen. Ein Abgleich zu anderen Branchen oder technologischen Vorreitern kann dabei helfen die eigene Erfolgsmethode zu finden.

Vorurteil 2: Digitale Transformation bedeutet große Investitionen in smart factory das internet of things

Buzzwords der Digitalisierung wie „Industrie 4.0“, „smart factory“ oder auch das „Internet of Things“ sind in aller Munde und haben, gerade durch damit verbundene hohe Investitionen, auf Unternehmen und ihre Lenker eher eine abschreckende Wirkung.

Für Unternehmen geht es darum, einen individuellen Weg zu finden und dieser benötigt einen Startpunkt, einen Anfang. Ob dieser nun ein Redesign der Website oder eine Social Media-Strategie ist oder tatsächlich vernetzte Produktionsanlagen eingesetzt werden sollen spielt keine Rolle.

Vorurteil 3: Gute Einzelinitiativen reichen aus.

Wichtiger als einzelne Aktionen ist ein zielgerichtetes Management des Gesamtprozesses. Die Aufgabe der Digitalen Transformation ist ein fester Bestandteil der Unternehmensführung, es geht darum, weitreichende Veränderungen in kurzer Zeit umsetzen zu müssen. Dies funktioniert nur Top-down und erfordert einen strategischen Gesamtplan.

Vorurteil 4: Technologie ist das wichtigste Instrument

Das Wichtigste ist eine gemeinsame Strategie. Die eingesetzte Technologie soll diese Strategie unterstützen, sie ist nicht der Ausgangspunkt für die Transformation des Unternehmens. Wichtig ist, die Technologie nicht an den Bedürfnissen der Mitarbeiter vorbei auszuwählen, sondern darauf zu achten, dass die gewählte Technologie der Befähigung der Mitarbeiter dient und diese nicht nur behindert.

Vorurteil 5: Die digitale Transformation ist viel zu kompliziert und in jeder Branche anders

Bestimmte Vorgehensweisen und Entscheidungsmuster sind auf Unternehmen jeder Branche anwendbar. Gerade bei der Suche nach Potentialen bieten Vergleiche zu anderen Branchen eine Chance, die eigenen Möglichkeiten genauer zu identifizieren. Bei der Umsetzung der digitalen Maßnahmen lassen sich bewährte „best Practices“ auf andere Branchen übertragen.

Vorurteil 6: So richtig weiß keiner wie es funktioniert

In allen Branchen gibt es digitale Leader, die ihre Mitbewerber heute schon ausstechen – und an denen andere Unternehmen, unabhängig davon, aus welche Branche, ihr Handeln orientieren können. Unternehmen können von diesen Beispielen ableiten, worauf es bei einer erfolgreichen digitalen Transformation ankommt.

 

Der Themenbereich Digitalisierung ist sehr breit und greift in einen Großteil unseres alltäglichen Handelns und Verhaltens ein.

Dies gilt auch für Unternehmen und ihre Entscheider. Potenziale für die digitale Transformation sind in allen Unternehmensbereichen zu finden, es geht darum, sich nicht von Trends verleiten oder durch Mythen abschrecken zu lassen, sondern sich intensiv mit Veränderungen auseinanderzusetzen und diese mit den Möglichkeiten, Chancen und Rahmenbedingungen des Unternehmens abzugleichen. So kann ein individueller Weg und eine eigene digitale Strategie gefunden werden.

 

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